Verantwortlichkeiten

Künstlerische Leitung:  Sigrid Karasch, Grit Rumlich

Moderation:  Diana Lichtner, Joachim Borgmann

Kostüme, Öffentlichkeitsarbeit:  Karina Knopp, Steffi Fischer, Susanne Heizmann

Ansprechpartner: Sigrid Karasch          Tel: 039427/383  E-Mal:  jo-karasch@t-online.de

                                Susanne Heizmann  Tel: 039427/715  E-Mail: suse@heizmann-trans.de

Die neueste Nachrichten:  (Hier erfahren sie zukünftig mehr über geplante Auftritte des Lebendschach-Ensembles)

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Lebendschach in Ströbeck - eine alte Tradition

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Seit Jahrhunderten wird in Ströbeck das Schachspiel mit lebenden Figuren gepflegt. Nachweislich traten Ströbecker auf Einladung des Braunschweiger Herzogs Ludwig Rudolf als lebende Schachfiguren in Blankenburg auf. Diese Einladung war nicht zufällig, denn der Herzog war ein begeisterter Schachspieler und die Ströbecker Bauern waren als schachkundig bekannt. Die Kostüme für die lebenden Figuren haben sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach geändert. Die neuen Kostüme sind der Kleidung der Bauern und Bürger 1850 nachempfunden.

bauer

läufer

Die Bauern Die Läufer
 

Die Kostüme der Schach-Bauern entsprechen der Alltagskleidung der Kleinbauern und Landarbeiter in Ströbeck um 1850. Sie sehen uns in groben Leinenkitteln in beige oder dunkelblau. Dazu tragen wir eine Kniebundhose aus schwarzem Cord. Die Kniestrümpfe sind handgestrickt in beige oder dunkelblau.
Die schwarzen Schuhe sind extra für uns angefertigt worden. Auf dem Kopf tragen wir beige oder dunkelblaue Kappen, deren Verziehungen mit der Hand gestickt worden sind. Komplett sind wir dann mit dem roten Halstuch, ganz wie im 19. Jahrhundert.

Die Schach-Läufer tragen die Kleidung einer Botenfrau, die es früher in Ströbeck gab. Diese Botenfrau verkaufte für die kleinen Leute aus dem Dorf Eier, Butter, Speck und andere Sachen in der Stadt. Sie verstaute die Dinge in Korb und Kiepe. Damit lief sie zu Fuß nach Halberstadt und verkaufte dort die Sachen. Auf dem Rückweg brachte sie aus der Stadt Garne, Nadeln, Stoffe und all die Kleinigkeiten mit, die es im Dorf nicht gab. Auch Briefe transportierte sie. Auf diese Weise wurden auch die Züge einer Fernschachpartie zwischen dem Ströbecker Schachverein und einem
Schachclub in Halberstadt übermittelt. Zur Kleidung der Botenfrau gehörte eine kleingeblümte Baumwollbluse, ein langer, in viele Falten gelegter Leinenrock mit handbestickter Schürze, handgestrickte Strümpfe, derbe Schuhe und ein Kopftuch.
springer

türme

Die Springer
 
Die Türme
 
Die weißen Schach-Springer tragen die Parade-Uniform der Halberstädter Kürassiere. Kürassiere waren Reitersoldaten, die lange Zeit in Halberstadt stationiert waren. Auch viele Bauernsöhne aus Ströbeck dienten in diesen Regimentern. Im Volksmund hießen sie einfach Mehlsäcke, wegen ihrer weißen Uniformen. Die schwarzen Springer tragen die dunkelblauen
Dienstuniformen dieser Kürassiere. Sie sehen uns hier in weißen oder dunkelblauen Uniformjacken, Reithosen, langen Stiefeln, Koppeln und Mützen.

 
Die weißen Türme tragen die Tracht eines Schäfermeisters aus Ströbeck. Die Meister ihres Standes trugen nachweislich helle Mäntel. Dadurch unterschieden sie sich von den einfachen Schäfern, die dunkle Mäntel trugen. Die langen Mäntel sind aus derbem Stoff gearbeitet. Auffällig sind die gepaspelten Knopflöcher. Unter dem Mantel tragen unsere Türme lange dunkle Cordhosen. Derbe Schuhe, ein schützender Filzhut und ein Halstuch aus
Baumwolle gehören ebenfalls zur Bekleidung. Das Geschirr für die Hütehunde und der typische Hirtenstab vervollständigen das Bild des Schäfers.

damen

könige

Die Damen Die Könige
 
Die Schachköniginnen tragen die Sonntagstracht der Ströbecker Großbäuerinnen im 19. Jahrhundert.
Die Bauern hatten in dieser Zeit durch den Anbau von Zuckerrüben und Weizen auf dem guten Boden einen gewissen Reichtum erworben. Diesen zeigten sie auch selbstbewusst durch ihre Kleidung. Für unsere Kostüme dienten noch vorhandene Original-Kleidungsstücke als Vorlage. Die Bäuerinnen trugen einen langen Rock aus Seide oder Wolle;
darüber eine bestickte Seidenschürze. Den Oberkörper schmückte ein Mieder aus
handgewebtem Damast. Auffällig sind die Schultertücher aus Seide. Eine ältere Dame aus Ströbeck hat beide Tücher,
wie auch die Kappen unserer Bauern mit der Hand gestickt. Als Vorlage dafür dienten ein Schultertuch und eine Kappe aus unserem Schachmuseum. Typisch für Ströbeck und unsere Region waren damals die Bänderhauben als Kopfbedeckung für Frauen.
Unsere Schachkönige tragen die Sonntagstracht der Ströbecker Großbauern um 1850. Dazu gehörte ein langer Gehrock aus edlem Tuch, der mit vielen Knöpfen verziert war. Unter den Gehrock gehörten ein weites Leinenhemd und eine Weste aus edlem Damastgewebe. Die Kniebundhose ist aus feinem Leder gearbeitet. Gestrickte Strümpfe, feine Lederschuhe und ein Zylinderhut runden das Bild ab.